Ernährungs- und Stoffwechseltherapie

Ernährungs- und Stoffwechseltherapie u.a. bei Burnout, Übergewicht, Migräne, Schmerzen, Rheuma, Hautproblemen, KPU, Schilddrüsenstörung, Allergien

Was bedeutet gesunde Ernährung?

Liest man in 10 verschiedenen Büchern zum Thema „Gesunde Ernährung“, so bekommt man 10 verschiedene und teilweise widersprüchliche Lehrmeinungen. Die einen schreiben, man solle nur Rohkost essen, die anderen raten davon eher ab. Die nächsten warnen vor dem Verzehr tierischer Eiweiße, andere wiederum raten von Getreide ab und empfehlen eine lakto-vegetarische Ernährung auf der Basis von Kuhmilchprodukten und Pflanzennahrung.

Für jeden Patienten gilt: es sollte ein individuelles Konzept entworfen werden, das alle vorliegenden Erkenntnisse zum Thema Ernährung einfließen lässt. Jeder Patient sollte dort abgeholt werden, wo er gerade steht. Die Ernährungsgewohnheiten sollten schrittweise verändert und langfristig in den Ernährungsalltag integriert werden.
Durch eine Ernährungsoptimierung bietet sich eine große Chance, an der Verbesserung oder Aufrechterhaltung der eigenen Gesundheit mitzuwirken.

Das bedeutet: es gibt keine Ernährung, die für jeden passt. Wichtig ist, alle Faktoren wie den Zustand des Darms, die Verdauungsleistung, Unverträglichkeiten , Allergien, bestehende Krankheiten, Ernährungsgewohnheiten, psychische Faktoren u. a. in das Konzept einzubeziehen.

Und da die Erfahrung zeigt, dass unentdeckte Allergien und Unverträglichkeiten, insbesondere auf Nahrungsmittel, die Ursache zahlreicher Gesundheitsprobleme sind, ist es von großer Bedeutung, mittels eines speziellen Bluttests solche Immunreaktionen auf Nahrungsmittel zu untersuchen. Dabei spielen sowohl die Sofortallergie verursachenden IgE-Antikörper, als auch die zeitverzögerten IgG1- und IgG3-Antikörper gegen Lebensmittel eine Rolle. Beiden gemeinsam ist eine vermehrte Produktion des Botenstoffes Histamin (mit all seinen Wirkungen) und der Entstehung von Entzündungsreaktionen. Finden diese Abwehrprozesse ständig statt, so entwickeln sich daraus chronische Entzündungsprozesse, die das gesamte Stoffwechselsystem des Körpers beeinflussen und sich in zahlreichen Symptomen äußern können.

Mögliche Symptome von übermäßigen/dauerhaften Abwehrreaktionen

  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Gliederschmerzen, Gelenkentzündungen, Gelenkschmerzen, chronische Schmerzen
  • Hautausschläge mit oder ohne Juckreiz ( Neurodermitis, Ekzeme, offene Hände, Schuppenflechte)
  • Übergewicht, Bluthochdruck, Herzstolpern
  • Tränende und juckende Augen, Heuschnupfen, chronischer Husten, Asthma
  • Verstopfte Nase, Nasen- und Stirnhöhlenentzündungen
  • Wiederkehrende Erkältungen
  • Stimmungsschwankungen, Depression, Unruhezustände, Hyperaktivität
  • Verdauungsstörungen wie Blähungen, Verstopfung, Durchfall, Völlegefühl, Aufstoßen
  • Reizdarm, Colitis ulcerosa
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Konzentrationsstörungen
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit

Die Ernährungsumstellung hat zum Ziel, Lebensmittel, die zu Sofortallergien oder auch verzögert auftretenden Abwehr- und Entzündungsreaktionen führen, aus der täglichen Ernährung zu eliminieren oder zumindest zu reduzieren. So können chronische Entzündungsprozesse verringert und der Entstehung neuer vorgebeugt werden. Frische Lebensmittel aus biologischem oder regionalem Anbau sind zu bevorzugen. Weiterhin ist eine mit essentiellen Aminosäuren und Fettsäuren reiche sowie Kohlenhydratkonsum kontrollierte Ernährung empfehlenswert. Auf Konservierungsstoffe (E200-299) und Süßstoffe sollte gänzlich verzichtet werden.

Und natürlich ist es auch unerlässlich, dass der Patient Eigeninitiative zeigt, letztendlich geht es ja darum, seine Gesundheit zu erhalten oder zu verbessern. Werden die indidviduellen Ernährungsempfehlungen eingehalten, kann schon bald eine Verbesserung von Symptomen bzw. Wohlbefinden festgestellt werden.

Exemplarisch noch 2 Beispiele

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten können Auslöser für Übergewicht sein. Kann man abnehmen, wenn man Lebensmittel, die eine Abwehrreaktion auslösen, vermeidet?

Ja, das ist möglich und zwar ohne typische Diät, ohne unerwünschten Jojo Effekt und ohne Hungern.

Erhöhte Mengen an IgG-Antikörpern gegen bestimmte Lebensmittel können (s. o.) chronische Entzündungen auslösen und verschiedene Stoffwechselvorgänge beeinflussen. Eine wichtige Rolle spielt bei diesen vermehrten Entzündungsreaktionen neben Histamin der Botenstoff TNF-alpha.  Dieser Stoff bindet an die für Insulin vorgesehenen Rezeptoren und erschwert so die Aufnahme von Glucose (Zucker) in die Zellen (sog. Insulinresistenz). Die Glucose verbleibt vermehrt im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt erheblich an. Dies ist für den Körper problematisch und er versucht, dem Blutzuckeranstieg entgegenzuwirken. Der Zucker wird deshalb in der Leber verstärkt zu Fettsäuren / Fetten umgebaut und in den Fettzellen abgelagert. Das heißt: die Fettdepots nehmen zu, was sich meist als Bauchfett zeigt. Dieses Bauchfett ist hochaktives Gewebe und bildet ebenfalls den Botenstoff TNF-alpha, was die Insulinresistenz verstärkt und das Bauchfett ansteigen lässt. Auch eine sehr kohlenhydratlastige Ernährung fördert diesen Prozess.

Die Blockade der Insulinrezeptoren führt zu einer immer höheren Insulinbildung und Ausschüttung. Diese erhöhte Insulinkonzentration verhindert aber den Fettabbau und die in den Fettdepots gespeicherte Energie steht den Körperzellen nicht mehr zur Verfügung. Da die Zellen weniger Energie zur Verfügung haben, reduzieren sie ihre Zellleistung und der Grundumsatz (die Menge der verbrauchten Kalorien im Ruhezustand) verringert sich. So kann das Phänomen erklärt werden, dass viele Übergewichtige sehr wenig essen und trotzdem nicht abnehmen. Durch Vermeiden der Lebensmittel, die diese Entzündungsreaktionen auslösen, kann die Blockade auf die Insulinrezeptoren aufgehoben, die Fettdepots abgebaut, der Stoffwechsel angeregt und das Problem an der Wurzel gepackt werden. Eine Wunderdiät ist das natürlich nicht, aber wenn diese Ernährungsumstellung mit ein paar weiteren Maßnahmen (Bewegung, Kohlenhydratkontrolliert usw.) kombiniert wird,  hat man eine sehr gute Chance auf einen dauerhaften Erfolg.

 

Schilddrüse und Ernährung

Hier gibt es zahlreiche Untersuchungen, dass Entzündungen im Darm Einfluss auf viele Organsysteme, u. a. eben auch auf die Schilddrüse haben. Bei solchen Darmentzündungen erfolgt u. a. eine verminderte Eisen-, Selen- und Jodaufnahme, wodurch die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigt wird. Eine antientzündliche und allergenarme Ernährung erleichtert häufig die Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen, wie Hashimoto-Thyreoiditis. Schilddrüsenmedikamente, falls erforderlich, können teilweise reduziert und die Einstellung der „Wohlfühl“-Hormonmengen im Blut optimiert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

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